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Harley-Davidson 2004 VRSCA V-Rod Mit der 117 PS starken V-Rod läutet Harley die Ära der wassergekühlten Revolution-Bikes ein.Willie G. Davidson strahlte über das ganze Gesicht, als er endlich das schwarze Tuch, das die hochgeheime V-Rod verhüllte, mit einem Ruck wegzog. Die neugierigen Blicke der Journalisten aus aller Welt mustern das jüngste Produkt aus dem Hause Harley-Davidson, die 17-köpfige Harley-Crew wiederum beobachtet gespannt die Reaktionen der Zuschauer, die auf Anhieb positiv ausfallen. Kein Wunder, denn die neue V-Rod ist ein im Metalliclook gehaltenes Gesamtkunstwerk.Stolz erzählt Willie G., dass die V-Rod, an der Harley-Davidson 1996 mit der Arbeit begann, der Höhepunkt in seinem Leben als Designer sei. 50 Jahre sind vergangen, seitdem die Amerikaner ein Motorrad präsentierten, bei dem Motor und Fahrwerk komplett neu konzipiert wurden. Es war die 1951 vorgestellte Flathead K-Modell mit Seitenventilmotor.Der Vorstandsvorsitzende der Company, Jeff Bleustein, betonte: „Ich bin glücklich, dass der Tag nun endlich gekommen ist, an dem wir die V-Rod und damit das erste Modell der neuen Familie VRSCA der Öffentlichkeit zeigen können.“ V steht für V-Twin, R für Racing, S für Street, C für Custom und das A ist die Bezeichnung für das erste Mitglied dieser Familie, den Power-Cruiser V-Rod im Dragster-Design.Das Herzstück der V-Rod ist ein wassergekühlter 60°-V-Twin mit 1130 Kubikzentimetern Hubraum und satten 117 PS. Die Weiterentwicklung der bekannten Evolution-Engine (noch 45°-V2, Luftkühlung) nennt sich – eigentlich liegt es ja auf der Hand – Revolution-Engine. Das Triebwerk basiert auf dem VR-1000 Superbike Rennmotor, der 1996 zu Porsche nach Weissach gebracht wurde mit dem Auftrag, daraus ein alltags- und straßentaugliches Produkt zu entwickeln, das jetzt in der neuen V-Rod für den Antrieb sorgt.Und überhaupt bietet der neue Revolution-Engine all das, was im modernen Motorenbau ganz normal ist, wie etwa zwei obenliegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder oder eine bürstenlose Lichtmaschine.In den Zylindern des Power-Cruisers arbeiten geschmiedete Kolben, die das von einer elektronischen, sequentiellen Kraftstoffeinspritzung erzeugte Benzin-Luftgemisch im Fallstrom ansaugen.Die neue Nasssumpfölpumpe macht nun einen externen Öltank überflüssig. Bereits im unteren Drehzahlbereich beschleunigt der bärenstarke V2 wie eine Rakete und erreicht mühelos eine Höchstgeschwindigkeit von rund 220 km/h. Das schöne jedoch ist, dass die V-Rod sich immer noch nach Harley anhört und trotz der Power nicht aggressiv macht. Es ist nur beruhigend zu wissen, wenn’s mal pressiert, reicht ein souveräner Dreh am Gasgriff aus, um sich flott aus dem Staub zu machen.So manchem Traditionalisten mag jetzt vor allem wegen der modernen Wasserkühlung mit ihren zwei Ventilatoren das Grauen packen – keine Angst! Jeff Bleustein hat versprochen: „So lange es Benzin gibt, wird es auch luftgekühlte Harleymotoren geben“. Sein Wort in Gottes Ohr.Das neu entwickelte Fünfganggetriebe aus good old Germany lässt sich kurz und knackig schalten, was wohl der Kombination aus gerade- und schrägverzahnten Gangrädern in der Schaltbox zu verdanken ist.Ein Novum ist auch der silberfarbene Doppelschleifenstahlrohrrahmen mit verschraubten Unterzügen, der seine ungewöhnliche Form durch eine extreme Biegetechnik erhielt, das so genannte Hydroforming-Verfahren.Deshalb gibt es auch keine hässlichen Schweißnähte. 1713 Millimeter misst der gewaltige Radstand der V-Rod, die durch ihren flachen Lenkkopfwinkel (34 Grad) sowie der mit 38 Grad montierten Gabel sehr niedrig baut und dadurch noch gestreckter wirkt.Trotz dieser einem Dragster sehr ähnlichen Abmessungen bietet die V-Rod ein ausgesprochen gutes Handling. Allerdings bedarf es ein paar Eingewöhnungsrunden, bis man den Trick raus hat.Wird die V-Rod nämlich wie ein „normales“ Motorrad um die Kurven gefahren, ist ein Nachkorrigieren am Kurvenausgang nötig. Diese Harley will aus der Hüfte heraus, sozusagen mit dem Allerwertesten des Piloten, gefühlvoll ums Eck getrieben werden. Und das funktioniert prima, vor allem in lang gezogenen Kurven.Aber Achtung, die Schräglagenfreiheit ist bei einem Cruiser naturgemäß begrenzt und das Schmuckstück von 2-in-1-in-2-Auspuff sowie die Fussrasten setzen relativ früh auf und das kann nicht nur optische Folgen haben. Um den Schwerpunkt zu senken und die Frischluftversorgung des V2 zu optimieren, haben die Amerikaner den 15-Liter-Benzintank unter den Sattel verbannt.Der Tank selbst ist nur eine Attrappe, unter dem das Luftfiltergehäuse untergebracht ist. Die schwimmend gelagerte Doppelscheibenbremse vorn und die Scheibenbremse hinten, beide mit Vierkolbensätteln, verzögern einwandfrei. Eine Augenweide sind die stahlummantelten Bremsleitungen.Metall heisst das Zauberwort, dem die V-Rod das unverwechselbare Styling zu verdanken hat. Zahlreiche eloxierte Aluminiumteile, die Leichtmetallverkleidung wie auch der metallische Silberton, die pulverbeschichteten Platin-Finish Flächen und natürlich die massiven Scheibenräder zählen zu den wichtigsten Zutaten von Willi G’s neuem Designrezept.Eine kräftige Doppelglühbirne im neuen Klarglasscheinwerfer sorgt für eine gute Ausleuchtung bei Nachtfahrten. Das kleine Chromcockpit ist auf der Lenkerkonsole montiert und bietet die wichtigsten Infos auf einen Blick. Interessant ist das Selbstdiagnosesystem, das beim Einschalten der Zündung zum Einsatz kommt und die Abfragemöglichkeit für Distanz und Benzinstand bei deaktivierter Zündung.Die Sitzposition ist lässig und bequem, die Füsse ruhen weit vorn auf den Rasten. Fahrer, die kleiner als 170 Zentimeter sind, sollten sich aus dem Harley-Zubehörregal ein kleines Polster für den tiefen Rücken holen, damit sie etwas weiter nach vorn geschoben werden. Der serienmässige Soziussitz sollte nur im Notfall benützt werden. Wer längere Touren zu zweit fahren möchte, kann sich eine reisetaugliche Variante dazu kaufen.Die Scheibenräder aus Leichtmetall sind mit dem sportlichen und gut haftenden Hightech-Radialreifen D 207 aus dem Hause Dunlop bestückt.Fazit: Zweifelsohne ist die V-Rod die beste und innovativste Serien-Harley, die je gebaut wurde. In Sachen Styling haben sich Willi G. und seine Kollegen wieder einmal selbst übertroffen. weiter ... zurück / back Karl Klaban Schweiz Suisse Svizzera Helvetia Switzerland Kontakt Copyright © 2012, Karl Klaban, Switzerland, Alle Rechte vorbehalten. Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |